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Die "Peking-Ente" einmal nach einem ganz anderen Rezept: In kleinen, leicht verständlichen Häppchen, angerichtet mit einem Dressing aus Wortwitz und Spannung: So hat PublicRadio von den Olympischen Sommerspielen vom 8. bis zum 24. August 2008 aus Chinas Hauptstadt für bundesweit 38 private Radiosender berichtet.
Genauso häufig stand auch "Peking süßsauer" auf der Speisekarte: Leckerhappen aus Tops und Flops, garniert mit flockigen Sprüchen vom „stärksten Mann der Welt“, von Goldjunge Matthias Steiner oder mit bissigen Kommentaren von Andreas Ihle, Olympiasieger im 2er Kajak. Das waren nur zwei der Sendetitel, die eine Nettostundenreichweite von 185,7 Millionen Hörern erzielten. „Damit war Payback insgesamt 73,5 Stunden auf Sendung“, ist Geschäftsführer Johannes Riemenschneider stolz auf ein Projekt, dass große Herausforderungen an das gesamte Team stellte.
Drei Mal täglich produzierten die PublicRadio-Reporter boulevardeske News. Holten frisch gekürte Olympiasieger vors Mikro, die Helden vergangener Tage oder befragten Promis wie Bundesminister Schäuble im Deutschen Haus – immer mit dem Hinweis auf den Sponsor Payback, der vorab als Absender der Olympia-News „on air“ ging. Ein Konzept, das perfekt klappte, denn aktuelle, exklusive und kostenlose Hintergrundgeschichten über die deutschen Olympia-Helden sind bei Radiosendern sehr begehrt. Zumal „die Zeitverschiebung uns in die Karten spielte, weil wir den Sendern die Storys über die abendlichen Wettkämpfe bereits zur Prime-Time morgens um sechs Uhr servieren konnten“, sagt Riemenschneider.
Aber nicht nur in Deutschland sorgte das PublicRadio-Team für Furore. Als sich der hellblonde Riese Ilja Pohl aus dem Honnefer Team mit dem Taxi für 3 Euro in den Pekinger Outskirts fahren ließ, avancierte er zum Star. "Er war die Sensation für die Einheimischen und wurde auch heimlich fotografiert", lacht Johannes Riemenschneider.
Auch die Befürchtung, das Internet würde nicht funktionieren, bewahrheitete sich nicht. „Angekommen in unserem Hotel, haben wir die Kabel in die Buchse eingeklickt, und schon waren wir im Netz. Internet, E-Mail, alles ging unerwartet schnell", erzählt der Radiomann.
A propos Taxi: Hell Liemelschneidel ließ sich auch an die Chinesische Mauer bringen. 70 Kilometer waren es bis dahin. Der Chauffeur wartete zwei Stunden. "Das hat alles nur 60 Euro gekostet", schüttelt er jetzt noch ungläubig mit dem Kopf. Doch nicht nur der Preis war unglaublich. "Das Bauwerk ist phantastisch." Auch der Platz des Himmlischen Friedens und die Verbotene Stadt waren Ziele. Riemenschneider: "Die ersten drei Stadtringe haben sehr westliche Architektur mit Stahl und Glas. In den alten Stadtvierteln fanden wir dann die Häuschen, die Hinterhöfe, so wie wir uns China vorstellen. Dort standen dann die Garküchen. Da habe ich dann auch so ein typisches Gericht wie Hühnerfüßchen gesehen." Nur gesehen. Die Reporter hielten sich nämlich lieber an Gerichte wie Peking-Ente.
Übrigens: "Hund und Schlange sind für Chinesen Köstlichkeiten, die vorbestellt werden müssen." In einem Lokal bediente eine nette junge Frau, die vom Lande stammte. "Dreieinhalb Stunden stand sie an unserem Tisch. Setzen durfte sie sich nicht." Alle anderen Gäste waren längst gegangen, da sprachen die Honnefer mit ihr auf Englisch und mit Zeichensprache über das Leben in Peking, über Schrift und Zahlen. Richtiger Horror war jedoch das Wetter. "Wie Dampfsauna. Lediglich beim Mauerbesuch strahlte die Sonne." So wie die blauen Augen der Chinesinnen leuchteten. Das ist nämlich gerade Mode bei der Pekinger Damenwelt: blaue Kontaktlinsen.
Alle 63 Hörfunkbeiträge aus dem Deutschen Haus, Bilder und Geschichten über „chinesische Mauererlebnisse und Glücksläder“ sowie Toilettenslaloms sind im Netz ausführlich dokumentiert unter www.soundfacts.de. Viel Spaß beim Hören und Lesen!
In knapp einem Jahr ist es wieder soweit. Dann wird bei den Olympischen Winterspielen in Vancouver um Gold gekämpft. Hoffentlich mit uns!
Kontakt:
Johannes Riemenschneider, Reichenberger Straße 12, 53604 Bad Honnef
Tel.: 02224-93610, E-Mail: info(at)public-radio.de